Weingut Geheimrat Schnell – Ökologischer Weinbau

Weingut Geheimrat Schnell – Ökologischer Weinbau Weingut Geheimrat Schnell – Ökologischer Weinbau

Rundbrief 174

Liebe Freunde des Weinguts Schnell,

der Beginn der diesjährigen Weinlese am 28. August war ein Superlativ: So weit sich die Winzerinnen und Winzer erinnern konnten, hatte die Ernte noch nie so früh im Jahr angefangen. Im Weingut Geheimrat Schnell war als erste Rebsorte der Frühburgunder reif geworden, der seinen Namen nicht zu Unrecht trägt. Leider war die Menge wegen der späten Fröste im Frühjahr nur sehr klein und obendrein auch noch mit Essigstich belastet, sodass wir die gesamte Frühburgunderernte auf dem Acker entsorgen mussten – wie bitter! Der feuchtwarme August hatte Wespen und Ohrwürmer gedeihen lassen und die schon süßen Trauben waren ein gefundenes Fressen.

Im Verlauf der Ernte besserte sich jedoch das Wetter und je später eine Rebsorte reif wurde, desto erfreulicher war das Ergebnis: Riesling, Johanniter und Chardonnay machten mich mit wunderbar schönen Trauben von erstklassiger Qualität froh. Am 29. September war die Ernte abgeschlossen, der Ertragsausfall mit fünfzehn Prozent noch einigermaßen erträglich.

Unser Sohn Luc besucht seit dem Sommer die Grundschule und konnte daher zu seinem großen Bedauern kaum an der Weinernte teilnehmen. Marie konnte dafür die Rolle der Nachwuchswinzerin übernehmen – nur zum Traktorfahren müssen die Beine noch ein bisschen länger werden. Lilo wackelt begeistert über alle Hindernisse hinweg, um ihren großen Vorbildern und Geschwistern folgen zu können.

Genauso wichtig wie eine gelungene und gute Ernte sind für unseren Familienbetrieb auch Weinverkauf und Marketing: Zurzeit bemerken wir, dass sich das Kaufverhalten unserer Kunden durch neue Konkurrenten spürbar verändert. Mit der Belieferung direkt durch den Winzer suggerieren Onlineshops wie Vicampo oder wirwinzer.de Kundennähe und Verbundenheit zu den Betrieben. In der Realität der Marktwirtschaft bedeutet diese Zusammenarbeit, dass der Winzer den Händlern hohe Rabatte einräumen muss – raten Sie mal, wie er die ausgleicht. Die Nutzung der neu gewonnenen Kundenadressen sichert sich der Internethändler exklusiv. Hinter diesen Weinhandelsunternehmen stehen – anders als der Name in einem Fall glauben machen will – nicht wir Winzer, sondern Investoren mit viel Geld und dem Ziel, den Direktvertriebsweg zwischen Winzer und Kunden umzuleiten und daran mitzuverdienen.

Wie soll ein kleiner Winzerbetrieb darauf reagieren? Vor zwanzig Jahren brachte mein Vater die Sache auf den Punkt: »Wir haben keine Kunden, sondern Sympathisanten!« Mir und dem Ökoweinbau Ihre Sympathien zu erhalten, ist für mich das Wichtigste, damit Sie unser Weingut wirklich guten Gewissens weiterempfehlen und unsere Weine und Rundbriefe genießen können.

Um Ihnen das Genießen, Schenken und Weiterempfehlen zu erleichtern, habe ich zwei festliche Weinpräsente für Sie zusammengestellt. Das Schenken ist sogar besonders einfach: Sie suchen aus und wir versenden am gewünschten Termin in Ihrem Namen mit einer persönlichen Grußkarte an die Wunschadresse.

Endlich wieder lieferbar ist unsere rote Geheimratcuvée, diesmal eine ganz besondere Mischung aus vier Eichenholzfässern: ein 600-Liter-Fass wurde von einem Küfer an der Unstrut aus Harzer Eiche gefertigt, ein Fass stammt aus dem Spessart, eines aus dem Département Allier in Frankreich und eines wurde aus der amerikanischen Weißeiche hergestellt. In allen vier Fässern ist unser 2013er St. Laurent gereift. Die Cuvée dieser Weine begeistert durch ihre intensive waldbeerige Art, das gereifte Holzaroma tritt als angenehme Weichheit auf. Dieser Wein ist meine Empfehlung für die kommenden feierlichen Tage.
Alle unsere Weine und Pakete können Sie bequem in unserem Online-Shop bestellen.

Mit herzlichen, vorweihnachtlichen Grüßen

Johann Schnell mit Stéphanie, Marie, Lilo und Luc