Weingut Geheimrat Schnell – Ökologischer Weinbau

Weingut Geheimrat Schnell – Ökologischer Weinbau Weingut Geheimrat Schnell – Ökologischer Weinbau

Rundbrief 179

Liebe Weinfreundinnen, liebe Weinfreunde!

39 Grad – im Schatten! Sommer! Da meine Weinberge aber natürlich nicht einmal im Schatten stehen, ist mir die Entscheidung leicht gefallen, einen Bürotag einzulegen und Ihnen zu schreiben. Nach meinem Sturz im Februar ist mein Unhappy-Triad-Knie nun wieder so weit hergestellt, dass ich die Arbeiten im Weinberg und Keller gut erledigen kann. Die letzten Wochen und Monate wären weit weniger glimpflich verlaufen, wenn Sie mich nicht mit vielen guten und heilenden Wünschen und selbstloser Einsatz­bereit­schaft unterstützt hätten. Vielen herzlichen Dank!

Unterlassene Hilfeleistung
Deutscher Alant, Echtes Labkraut, Johanniskraut und der Wilde Majoran: Es blüht so schön am Wegesrand! Welch ein Duft, welch eine Augen- und Bienenweide. Doch schon am nächsten Tag: Welch eine Enttäuschung! Alles gemulcht, es duftet noch nach frischem Heu. Bevor der Mäh-Mulch-Wahnsinn am Wegesrand weitergeht, spreche ich direkt mit einigen Winzerkollegen, die alle mit den Begriffen »naturnah« oder »nachhaltig« werben oder sogar mit Bioanbau. Die Einsicht ist zwar da, die Ausreden aber auch: Es war »mein Bruder«, »der Fahrer« oder »unser Opa«.

Dabei geht es gar nicht darum, wie ein Winzer seinen Weinberg pflegt. Das soll jedem selbst überlassen bleiben, meinetwegen auch mit Golfrasen. Es geht um die Wegesränder und Graswege. Blieben die zwar nur wenige Meter breiten, aber dafür kilometerlangen Streifen in der Blühsaison ungemäht, würden sie ein blühendes Band mit regionalen Pflanzen und Insekten bilden.
Es ist doch eigentlich ganz einfach: Man kann es – ganz ohne Fördergelder und große Mühen – blühen lassen und sich an dem erfreuen, was sich da am Wegesrand entwickelt. Ich glaube, der Verlust der Artenvielfalt ist zu einem großen Teil auf den Einsatz des alles zermalmenden Schlegelmulchers zurückzuführen. Ich werde auch weiterhin meine Winzerkollegen ansprechen und versuchen, an ihren Verstand zu appellieren.

Neuer Wein in glasklaren Flaschen: Der Rotling
Spannendes und ganz Neues gibt es dieser Tage aus unserem Keller zu berichten. Begonnen hat es aber im vergangenen Herbst in unserem St.-Laurent-Weinberg. Als ich dort die perfekten Trauben – beim St. Laurent wahrhaftig keine Selbstverständlichkeit – gesehen habe, wusste ich, dass sie einen Ertrag bringen werden wie seit Langem nicht. Was könnte ich daraus nur Besonderes machen? Einen Rotling! Rotling wird aus weißen und roten Trauben gewonnen, wobei die Trauben bereits zusammen gekeltert und nicht erst die fertigen Weine verschnitten werden. Ein weißer Partner war mit dem Silvaner schnell gefunden. Während seiner perfekten Gärung im Tank wurde der Jungwein mit Brunnenwasser gekühlt. Um das Aroma und die frische Kohlensäure zu bewahren, haben wir ihn nun unfiltriert als unseren Sommerwein 2019 in Flaschen gefüllt. Stéphanie stillt noch und daher bin abends bei uns zurzeit leider der einzige Weingenießer, aber mit dem Rotling kann ich das wunderbar verkraften.

Last Call: Spätburgunder aus der Eisernen Hand
Nach drei Jahren Holzfassreife habe ich zum letzten Mal einen Spätburgunder-Rotwein aus der Lage Eiserne Hand abgefüllt. Wir haben den Weinberg gerodet und mit Riesling neu bepflanzt. Im Glas und am Gaumen entfaltet er ein fruchtiges Weichselkirscharoma und ist meine zweite Sommerweinempfehlung. Zusammen mit unserem 2018er Riesling habe ich den Rotling und den Spätburgunder zu unserem aktuellen Sommerweinpaket zusammengestellt, das ich zwar Ihnen wärmstens, aber bitte gut gekühlt empfehlen kann. Jeweils vier Flaschen der vorgestellten Weine kommen zu Ihnen nach Hause oder an jede Wunschadresse, wenn Sie in unserem Online-Shop oder telefonisch unter 06249 905044 bestellen.

Einen fantastischen Sommer wünschen

Stéphanie und  Johann Schnell mit Marie, Lilo und Luc